Vorstellung - CampKing

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Vorstellung

Die Stadt Oberursel besitzt auf dem Gelände des ehemaligen Camp King einen Erinnerungsort, der durch seine unterschiedliche Nutzung in den Jahren 1933 – 1993 ein herausragendes Lernfeld mit historischen Informationen, exemplarischen Themen, lokaler Alltagsgeschichte und Widerspiegelung nationalen Geschehens bietet.

Bei einem Rundgang lassen sich die Spuren an Wegen, Gebäuden und markanten Stellen entdecken.

Eine umfangreiche Sammlung von Materialien dient der Erschließung der sechzigjährigen Geschichte.  Der Bestand umfasst Bücher, Buchauszüge, Berichte von Zeitzeugen, Dokumente, Bilder, Pläne und Medien, die so geordnet und aufbereitet sind, dass sie für Lehrende und Lernende, interessierte Erwachsene und Besuchergruppen sowie für wissenschaftliche Projektarbeit zugänglich sind. Findbücher dienen der Erschließung.


Mit der Übernahme der Geländesportschule der Johann-Wolfgang-Goethe Universität durch das Gauheimstättenamt und eines Ausbaus zur Siedlerschule mit Tagungs- und Gästehaus, mit Musterhäusern, einem Bieneninstitut und einem Kleintierzuchtbetrieb (1937) begann das ehrgeizige Projekt zukunftweisender Forschungs- und Siedlungsarbeit im Zeichen des Nationalsozialismus. Ein Durchgangslager für Gefangene der Luftwaffe wurde 1939 eingerichtet und ausgebaut. Die weiträumigen Pläne für den Reichs-Siedlungshof wurden gestoppt. Ein Sekretär der Unversitätsverwaltung schrieb unter die Akten mit den Planungsunterlagen: „Wiedervorzulegen nach dem Kriege“!

Bis zur Landung der alliierten Truppen in der Normandie im Juni 1944 lag die Westfront in der Luft. Alle Piloten und andere Besatzungsmitglieder, die bis Kriegsende nach dem Absprung in Gefangenschaft gerieten, wurden zunächst in das zentrale  Durchgangslager (Luft) nach Oberursel überführt.

Dort wurden sie nicht nur zur Person befragt, sondern auch zu Einsatzplänen, zur Bewaffnung, zur technischen Ausstattung, um zusammen mit allen Funden aus den Wracks ein möglichst vollständiges Bild des Feindes zu gewinnen. Bis Anfang 1945 waren fast 40 000 Gefangene durch das Lager geschleußt und verhört worden. Vor der Flucht im März 1945 wurden die Unterlagen der Auswertestelle (West) vernichtet. Im April besetzten Soldaten der US-Army Gelände und Gebäude.


Das „Camp King“, benannt nach Charles B. King, als Aufklärungsoffizier bei der Invasion in der Normandie 1944 gefallen, war zunächst Gefangenenlager für „damned Nazis“ in den baufälligen Baracken des Dulag. Es war der „automatic arrest“. Im repräsentativen „Haus Alaska“ wurden Verantwortungsträger der nationalsozialistischen Regierung im Blick auf die Kriegsverbrecherprozesse in Nürnberg befragt. Offiziere der deutschen Wehrmacht dokumentierten militärische Operationen im Kriegsverlauf. Die Organisation Gehlen wurde zum wichtigen Glied in der Ost-Spionage ausgebaut. Für den Staatssicherheitsdienst der DDR war das Camp „Feindobjekt“.
Für die Bevölkerung Oberursels war – bis auf die Zivilangestellten – das Wachhaus an der Hohemarkstrasse der verbotene Eingang in einen geheimnisumwitterten Bereich. „Off Limits!“

Von 1968 an war das Camp Sitz des Verkehrsführungsstabes für alle US-Truppen in Westeuropa.

 
 
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